Konzept des Jugendcamps Centauro
für halbgeschlossene stationäre Jugendhilfe gemäß KJHG
Inhaltsverzeichnis
1. Leistungsbeschreibung
2. Einzugsgebiet
3. Personalstruktur
4. Aufgabenstellung
5. Ziel
6. Rahmenbedingungen
a.) Standort
b.) Kooperationspartner
c.) Räumlichkeiten
7. Pädagogische Umsetzung
8. Qualitätsentwicklung und -sicherung
9. Zielgruppe
10. Betreutes Wohnen
11. Ausbildung zum FN- geprüften Pferdepfleger FN
12. Aufnahmeprozedere und Ausschlussgründe
1. Leistungsbeschreibung
Das Jugendcamp Centauro bietet in freier Trägerschaft sechs Intensivbetreuungsplätze für jugendliche Bewohner in einer halbgeschlossenen Heimgruppe. Dabei ist es weder konfessionell noch politisch orientiert.
Die Jugendlichen (männliche Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren) werden in der Regel sechs bis zwölf Monate ganzwöchig rund-um-die-Uhr in einem Wohn- und Lebensbereich gemäß SGB VIII (KJHG) §§
13, 27, 34, 35a betreut und versorgt. Dabei ist eine ärztliche Betreuung gewährleistet. Diese umfasst eine ärztliche Ein- und Ausgangsuntersuchung sowie anlassbezogene Drogenscreenings als festen
Bestandteil der Maßnahme. Durch das Jugendcamp Centauro selbsterbrachte therapeutische Leistungen aus dem Bereich der Sozial-, Arbeits-, Reit-, Erlebnis-, Gestaltungs- und Bewegungstherapie sind
ebenfalls inbegriffen.
2. Einzugsgebiet
Das Einzugsgebiet des Jugendcamp Centauro ist bundesweit.
3. Personalstruktur
Unser multiprofessionelles Team setzt sich aus einer Leiterin, einem Gruppenleiter, einer Sozialpädagogin, einem Pferdewirt, einer Erzieherin, einem Tischler, einer Haushälterin und zeitweise Praktikanten zusammen. Sie sind konstanter Ansprechpartner für die Jugendlichen und geben in familiärer Atmosphäre Sicherheit und Orientierung. Weiter sorgen sie für engagierten Austausch/ Zusammenarbeit mit Ämtern, Medizinern, Psychologen, Pädagogen und Erziehungsberechtigten. Auch externe Fachkräfte wie beispielsweise Richter, Lehrer, Pfarrer, Staatsanwälte, Psychologen, Ausbilder, Sportler, Bundeswehroffiziere werden zu Gesprächen, Austausch und Aktivitäten mit den Jugendlichen eingeladen.
Außerdem besteht die Möglichkeit, dass Praktikanten, Studenten oder Zivildienstleistende bei uns zeitweise mitarbeiten. Kooperation in diesem Bereich besteht u. a. mit den Universitäten Berlin und Köln.
4. Aufgabenstellung:
Gem. § 35 KJHG soll intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung den Jugendlichen gewährt werden, die einer intensiven Unterstützung zur sozialen Integration und zu einer eigenverantwortlichen Lebensführung bedürfen. Die Hilfe ist in der Regel auf längere Zeit angelegt und soll den individuellen Bedürfnissen des Jugendlichen Rechnung tragen.
Die zur Aufnahme angemeldeten Jugendlichen sind i. d. R. durch Verhaltensauffälligkeiten, Schulversagen bzw. - verweigerung, Drogenkonsum,
Alkoholmissbrauch oder erhöhtes Gewaltpotential aufgefallen. Häufig sind sie schon straffällig geworden und Haftstrafen/Arrest drohen bzw. erfolgten bereits.
Oft stammen die Jugendlichen aus einem sozial vernachlässigten Umfeld, ihre familiären Strukturen sind zerrüttet, die schulischen bzw. beruflichen
Perspektiven fehlen und gesundheitliche Schäden drohen. Probleme bereitet ihnen ein geregelter drogen-, alkohol-, gewalt- und straffreier Tagesablauf.
Respektvolles, angstfreies Miteinander sowie ein positives Erleben von Arbeit und Schule bildet die Ausnahme.
Häufig sind im Vorfeld andere Fördermaßnahmen, Sanktionen und therapeutische Maßnahmen erfolgt, aber erfolglos geblieben. Das Verhalten der zu betreuenden Jugendlichen ist häufig gekennzeichnet durch verschiedenste soziale Störungen wie Ziellosigkeit, Autoritätsprobleme, geringe Frustrationstoleranz, mangelndes Konzentrationsvermögen, fehlende Motivation und Belastbarkeit, Bindungslosigkeit und herabgesetzte Sozialkompetenz. Auch ein gesteigertes Aggressionspotential sowie innere Rastlosigkeit sind nicht die Ausnahme.
5. Ziel:
Die sozialpädagogische und therapeutische Arbeit des Jugendcamps Centauro hat sich zum Ziel gesetzt, die zu betreuenden Jugendlichen an einen geregelten Tagesablauf zu gewöhnen, sie für weiterführende Maßnahmen vorzubereiten und Straffälligkeit zu vermeiden. Die Förderung soll Voraussetzungen für die künftige gesellschaftliche Integration schaffen. Dabei werden die Jugendlichen auf ein selbstbestimmbares, eigenverantwortliches und somit ein möglichst autarkes Leben vorbereitet. Ziel ist es auch, Krisensituationen zu überwinden und neue Perspektiven aufzuzeigen.
Unser Prinzip lautet „Integration statt Strafe“.
6. Rahmenbedingungen:
a.) Standort:
Das Jugendcamp Centauro befindet sich in dem idyllischen Brandenburger Ort Stechlin, am Rande des Ortsteils Menz, gelegen mitten im Naturpark
Stechlin, angrenzend an die Mecklenburgische Seenplatte. Direkt in Menz bestehen einfache Einkaufsmöglichkeiten; in unmittelbarer Umgebung sind das Naturparkhaus Stechlin, der Laufpark Stechlin
sowie der Roofensee und der legendäre Stechlinsee mit zahlreichen Möglichkeiten zum Angeln, Bootfahren, Schwimmen und Aktivitäten in und um den See zu finden.
Besonders erfreulich ist die Unterstützung und Akzeptanz durch die Gemeinde, welche enge Zusammenarbeit sowie Integration in das Dorfgeschehen und Nutzung lokaler Einrichtungen ermöglicht.
Regionale Integration erfolgt auch durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und Belebung des Einzelhandels, Unterstützung von sozial-ökologischen
Projekten sowie landwirtschaftlichen- und dörflichen Aktivitäten durch die Jugendlichen.
Besucher können im Dorf in zu Fuß erreichbaren Ferienwohnungen am See übernachten.
b.) Kooperationspartner:
Kooperationspartner sind unter anderem:
- Landesjugendamt Brandenburg und Kreisjugendamt Oberhavel
- ILE Brandenburg (Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung des Ministers für ländliche Entwicklung, Umwelt- und Verbraucherschutz)
- LASA Brandenburg
- Gemeinde Stechlin und Amt Gransee mit Naturparkhaus und Forstamt Stechlin
- Justizministerium Brandenburg
- Land Aktiv Oberhavel
- Verschiedene Jugendämter und Kinderheime
bundesweit (z. B. Annastift Goch)
- Universitäten Berlin und Köln
- Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)
- Pferdezuchtverband Brandenburg und ZfDP (Zuchtverband für das Deutsche Pferd)
c.) Räumlichkeiten:
Die Jugendlichen wohnen in einem am Ortsrand gelegenen Wohnhaus mit Terrasse, Balkon, kleinem Garten und kleiner multifunktioneller Werkstatt.
Die Wohnfläche beträgt ca. 130 qm.
Die Räumlichkeiten sind familiär; es gibt neben einem Gemeinschaftsraum mit Bibliothek, Spielesammlung und Fernseher vier Zweipersonenzimmer für die Jugendlichen, ein Betreuerzimmer, Küche, zwei
Bäder und einen Abstellraum
Die Zimmer der Jugendlichen sind jeweils ca. 16 qm groß, ausgestattet mit zwei Betten, Kleiderschrank, Kommode und Arbeitsplatz.
In unmittelbarer Umgebung des Jugendcamp befindet sich auf vorerst ca. 4.000 qm das Gestüt Centauro (www.gestuet-centauro.de).Dort werden momentan 20 Pferde und Ponys gehalten. Besonderen Wert legen wir auf artgerechte und robuste Haltung der Tiere. Auf dem Gestütsgelände befinden sich Ausläufe, Unterstände und ein Reitplatz. Weitere Weideflächen liegen in ca. 100m Entfernung, eine 3ha große Weide befindet sich etwas außerhalb von Menz im Naturschutzgebiet Polzowtal. Außerdem betreuen wir gemeinsam mit der Naturwacht Stechlin eine Streuobstwiese.
Das Gelände ist auch für sportliche Aktivitäten und Spiele geeignet.
Neben den Pferden gibt es im Jugendcamp einen Hund.
In unmittelbarer Nähe (ca. 100 m) befindet sich die Arztpraxis Schumann, welche das komplette Spektrum einer allgemeinmedizinischen Hausarztpraxis
anbietet.
Dort werden für das Jugendcamp Centauro Ein- und Ausgangsuntersuchungen sowie anlassbezogene Untersuchungen durchgeführt. Im gleichen Gebäude befinden sich außerdem eine Wohnung für den dauernden
Hintergrunddienst, ein Büroraum und der Waschkeller mit dem Lager.
7. Pädagogische Umsetzung:
Die Namensgebung des Jugendcamp leitet sich von den Zentauren (griechisch: centauros) ab. Diese Mischwesen zwischen Mensch und Pferd stammen aus der antiken Mythologie und symbolisieren mehrere Aspekte:
- einerseits ein wildes, ungezügeltes Volk
- andererseits den weisen, gütigen Erzieher vieler späterer Helden
- insgesamt bilden sie eine harmonische Einheit zwischen Mensch und Pferd bzw. der Natur
Dementsprechend basiert die pädagogische Arbeit im Jugendcamp Centauro auf einem ganzheitlichen, situativen Ansatz. Genutzt werden Elemente der Ergo-, Arbeits-, Sozial-, Reit-, Gestaltungs- und Bewegungstherapie. Im täglichen Ablauf werden den Jugendlichen größtmögliche Aufmerksamkeit und Zuwendung gegeben. Hierzu gehört die individuelle Förderung der Sinne ohne Drogen und Alkohol, des Lern- und Sozialverhaltens, praktischer Alltagsfähigkeiten sowie der Gesamtpersönlichkeit.
Die Erfahrung der Sinne, Ruhe und Entspannung im Wechsel mit praktischen, sinnvollen Arbeiten, Teamarbeit, Naturerlebnissen, Sport und Unterricht
sowie der verantwortliche Umgang mit Tieren als wesentlicher Bestandteil der jugendlichen Entwicklung sind Schwerpunkte der Konzeption.
Sie werden durch teilweise anstrengende Arbeiten auf dem Gestüt rund um die Pferde, Übernahme eines festen Pflegepferdes, Gruppenarbeit, verbalen Austausch, Übernahme von Hausarbeiten und
praxisbezogenen Unterricht in Kleingruppen gefördert.
Arbeiten in Wald, Nutzgarten und Streuobstwiese lassen einen Bezug von „Arbeit zur Ernte“ entstehen und führen sie zu sichtbaren Ergebnissen. Dabei wird die Gruppengröße situationsbezogen variiert. Diese Tätigkeitsformen führen zu einer abwechslungsreichen, flexiblen Gestaltung des Tagesablaufes. Die Tage und Abläufe werden trotzdem stark strukturiert und täglich gemeinsam ausgewertet.
Die Jugendlichen sind für die Dauer der Maßnahme von der allgemeinen Schulpflicht befreit. Individuell angepasster Unterricht in Grundfächern erfolgt stundenweise im Haus durch unsere Lehrerin.
Jahreszeitgemäß, anlass- und situationsbezogen werden zusätzliche (Freizeit) Projekte oder Aufgaben angeboten. Möglich sind z.B. Boot fahren (Kanu, Ruder- bzw. Schlauchboot, Segeln, Floß), der Erwerb des Fischereischeines, das Räuchern und Grillen selbst geangelter Fische, Lagerfeuer, Survivaltraining, Heuernte, Kochen, Exkursionen, Basteln, Handwerken mit Holz, das Bauen von Hütten, Nistkästen, Vogelhäusern und Anlegen von Ameisenhaufen, die Pflege einer Streuobstwiese oder eines Kräutergartens, Waldlauf auf der eigens angelegten Strecke des „Laufparks Stechlin“, ein Tai-Chi Kurs, Fahrradfahren oder Nachtwanderungen.
Die Förderung der Bewegung als elementarer und therapeutischer Bestandteil der physischen und psychischen Entwicklung ist unser grundlegender
Schwerpunkt. Kreative und spielerische bewegungspädagogische Angebote, bei denen Pferde oder Angeln eingebunden werden, unterstützen die Freude an der Bewegung und unterstützen eine
ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung.
Tätigkeiten wie sich zu bewegen, wahrzunehmen, sich zu fühlen, zu handeln und denken beeinflussen sich gegenseitig. Dieses Zusammenspiel ist bei den Jugendlichen besonders ausgeprägt, weil sie
mit ihrem ganzen Körper wahrnehmen und agieren können. Ziel ist es, Grundlagen für das motorische, soziale, emotionale und kognitive Lernen zu fördern. Die Jugendlichen sollen demnach
unterschiedliche Bereiche des Lebens aus neuer Perspektive kennenlernen und sich in der Auseinandersetzung mit der (sozialen) Umwelt üben.
Die Möglichkeiten, die die ländliche Umgebung, die dörfliche Struktur und der umliegende Wald mit seinen Seen bietet werden vielfältig genutzt.
Die Jugendlichen erlernen durch Sozialtraining, täglichen Umgang mit Gleichaltrigen, mit Erwachsenen und ihnen anvertrauten Tieren die Regeln und Strukturen des sozialen Miteinanders. Insbesondere der tägliche Umgang mit Pferden und der Natur schult außerdem ihr Verantwortungsbewusstsein.
Die Aufenthaltsdauer kann zur Sozial- und Berufsberatung genutzt werden.
Wir stehen in enger Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen.
Es wird ein „geschützter Raum“ geschaffen, in welchem dem aus stark belasteten Vorverhältnissen stammenden Jugendlichen die Chance gegeben wird
gewalt-, angst- und drogenfrei in einen geregelten Rhythmus zu finden.
Der Jugendliche lernt Grundvoraussetzungen für weitere schulische Bildung: morgendliches Aufstehen, Hygiene, geregelte gesunde Mahlzeiten, Konzentration während der Unterrichtsstunden, Umgang mit
Autorität und respektvollen Umgang mit Mitschülern und Lehrpersonal. Er erlebt konsequentes konstantes Handeln, erhält dabei aber auch vielfältige Hilfsangebote gebunden an klare Regeln des
Miteinanders. Bei Nichteinhaltung der Regeln erfolgen Sanktionen, respektive erfolgt ein Ausschluss der Maßnahme.
8.: Qualitätsentwicklung und –sicherung:
Zur Unterstützung der Mitarbeiter und Sicherung einer hochwertigen Arbeit gibt es zweimal wöchentlich –bei Bedarf auch öfter-
Teambesprechungen.
Mehrfach täglich findet Austausch über aktuelle Probleme und geplante Aktivitäten statt.
Die Beobachtung der Jugendlichen bildet eine wichtige Grundlage des pädagogischen Konzeptes. Sie ermöglicht erst eine bedürfnisorientierte
Arbeit.
Hierbei werden die Beobachtungen täglich dokumentiert und sind Inhalt der Gespräche, der Projekt- und Unterrichtsauswahl sowie der Arbeitseinteilung.
Sie ermöglichen bei Auftreten von Problemen zeitnahe und adäquate Intervention.
Durch die enge Zusammenarbeit mit externen Fachleuten und das Integrieren von Praktikanten erfolgt ein fachlicher Austausch. Auch Fort- und Weiterbildung hat einen wichtigen Stellenwert in unserer Arbeit.
Neue bzw. junge Mitarbeiter werden zur Einarbeitung von einem erfahrenen Mitarbeiter als Coach eingearbeitet. Wissenschaftliche Arbeiten sind geplant.
Wir legen besonderen Wert darauf, über den weiteren Werdegang unserer Klienten informiert zu bleiben und begleiten bzw. betreuen diese je nach Bedarf auch nach dem Campaufenthalt, sodass auch eine Erfolgskontrolle sichergestellt werden kann.
9.: Zielgruppe:
Aufgenommen werden 6 verhaltensauffällige, respektive straffällige, männliche Jugendliche zwischen 10 und 18 Jahren.
10.: Betreutes Wohnen:
Im Einzelfall kann ermöglicht werden, dass für Jugendliche, die unsere Maßnahme erfolgreich absolviert haben und hier im Umkreis eine Lebens- und Berufsperspektive gefunden haben, in enger Absprache mit Familie und zuweisendem Jugendamt betreutes Wohnen angeboten wird. Dies kommt besonders für die Jugendlichen in Frage, die eine größere Distanz zum bisherigen Umfeld benötigen und die von einer Betreuung durch vertraut gewordene Menschen profitieren würden.
11.: Ausbildung zum FN- geprüften Pferdepfleger:
Die Zeit, die die Jugendlichen bei uns verbringen, kann ihnen auf eine Ausbildung zum Pferdepfleger anerkannt werden. Im Einzelfall kann sogar die
komplette Ausbildungszeit bei uns absolviert werden.
Hierbei handelt es sich nicht um eine Ausbildung im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes. Der FN- geprüfte Pferdepfleger ist eine interne Prüfung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Die Absolventen müssen nach den Bestimmungen der Ausbildungsprüfungsordnung (APO) der FN zwei Jahre ganztägig in einem Reitstall gearbeitet haben.
Danach können die Lehrlinge zu einem Erste-Hilfe Lehrgang und einem zweiwöchigen Kursus der Landes Reit- und Fahrschule in Wülfrath angemeldet werden, der mit der Prüfung zum FN- geprüften Pferdepfleger abschließt.
Mit diesem Zertifikat können sich die Absolventen in Betrieben bewerben und werden nach Auskünften der Arbeitsämter gern genommen. Dieses Zertifikat befähigt sie somit, ihren Lebensunterhalt zu verdienen und kann auch als Basis für weitere Ausbildung (z.B. den des Pferdewirtes) genutzt werden. Die Ausbildung ist überwiegend praktisch orientiert.
Ein Schulabschluss wird hierfür nicht vorausgesetzt. Die APO sieht einen Besuch der Berufsschule nicht vor.
Die zweijährige Ausbildung wird sowohl von pädagogischen Fach- und Lehrkräften sowie einer Fachkraft mit reiterlicher Qualifikation begleitet.
Dabei wird ein individueller Hilfeplan entwickelt und in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert. Schwerpunkt der Ausbildung bilden: Pflege und Fütterung, Stallarbeiten,
Sattelzeugpflege, Sattelung, Zäumung, Longieren, Veterinärkunde, Beschlagslehre sowie Verladen und Transport von Pferden und berufsständisches Wissen.
Die Ausbildung orientiert sich an den Bestimmungen der §§ 6000ff der APO. Zusätzlich wird den Lehrlingen dosiert theoretisches Wissen vermittelt, es erfolgt sowohl Mathematik- und Deutschunterricht, als auch begleitende Praktika in anderen Betrieben.
Wird weiterhin ein DEULA-Lehrgang zum Erwerb eines Traktorführerscheines angestrebt, werden sie zur Heu- und Strohernte etc. beordert. Wünschenswert wäre auch das Absolvieren des Führerscheines, um die spätere Vermittelbarkeit zu erhöhen. Im Bereich der Betreuung werden besonders die Selbständigkeit der betreffenden Jugendlichen sowie ihre persönliche Stabilisierung angestrebt.
12.: Aufnahmeprozedere und Ausschlussgründe:
Die Dauer der Maßnahme beträgt in der Regel 6 – 12 Monate.
Wir sind seit 1.3.2007 bundesweit aufnahmebereit.
Zuweiser sind die Jugendämter.
Der Tagessatz liegt bei 150 Euro.
Die darin enthaltenen Leistungen werden separat aufgelistet.
Ein Bewerbungsschreiben kann formlos an folgende Anschrift geschickt werden:
Jugendcamp Centauro
Berliner Straße 12
16775 Stechlin / OT Menz
Daraus müssen hinsichtlich des betreffenden Jugendlichen hervorgehen:
- Alter
- aktuelle Einschätzung der Problematik
- detaillierte Beschreibung der Vorgeschichte, eventueller Straftaten, Zielvorstellungen, soziale Verhältnisse, geplante
Anschlussmaßnahmen
- Erreichbarkeit der Erziehungsberechtigten
- medizinische Anamnese und Medikamenteneinnahme
- Kostenübernahmeerklärung
- Motivation des Jugendlichen
- gewünschter Zeitraum
Telefonische Rückfragen können unter der Telefonnummer 033082-40738 oder direkt bei Herrn D. Brouwers 0174/ 76 15 210 erfolgen.
E-Mail: jugendcamp.centauro@googlemail.com
Informationen auf www.jugendcamp-centauro.de
Nach Eingang der Bewerbung wird entschieden, ob und wann eine Maßnahme angeboten werden kann.
Wenn eine Aufnahme angeboten werden kann werden wir das schriftlich mitteilen und einen Termin anbieten.
Nach schriftlicher Rückantwort und Bestätigung werden wir eine verbindliche Zusage mit Anfahrtsskizze und eine jahreszeitgemäße Liste der mitzubringenden Kleidung sowie sonstiger Utensilien
zusenden.
Für An- und Abreise muss selbst gesorgt werden. Wir sind gerne bei der Organisation behilflich.
Wir freuen uns auf erfolgreiche Zusammenarbeit
Ihr Team Jugendcamp Centauro